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Konzerte

Event 

Title:
Das Allmachtsrohr
When:
23.01.2015 
Where:
Gare du Nord Basel - Basel
Kategorie:
Musiktheater

Description

„Das Allmachtsrohr“

Ein Musiktheater zum 150. Geburtstag von Adolf Wölfli Komposition und musikalische Leitung: Helena Winkelman / Regie: Meret Matter / Musik: Steamboat Switzerland: Dominik Blum (org), Marino Pliakas (e-Bass), Lucas Niggli (perc) mit Helena Winkelman (e-Geige), Karin Dornbusch (cl/bcl) /Schauspiel: Joke Lanz, Gina Gurtner, Dominik Gysin, Philippe Nauer http://www.dampfzentrale.ch/programm

 

In diesem Musiktheater von ca. 90 min Dauer wird der genau so berühmte wie kontroverse Berner Art Brut - Künstler Adolf Wölfli in seiner ganzen vielschichtigen Persönlichkeit wieder zum Leben erweckt. Zur Erstellung des Textbuches wurden bis auf wenige Ausnahmen Wölflis bekannte zwei Bücher „Von der Wiege bis zum Graab“ verwendet. Seine ganz unterschiedlichen, wuchtigen Texte ergänzen sein berühmtes bildnerisches Werk und stehen ihm in Abgründigkeit, Skurrilität und akribischer Verworrenheit in nichts nach und sind durchdrungen von seinen unterdrückten Trieben.

 

Der Abend beginnt mit Wölflis Schöpfungsgeschichte und dass darin die höchste Gottheit durch Orpheus, den legendären griechischen Musiker und Dichter, erscheint, stellt für die musikalische Gestaltung des Abends einen gewaltigen Auftakt dar.

Dass die bekannte Band Steamboat Switzerland – deren Name von einem Wölflibild stammt – auf zwei, sonst hauptsächlich in der klassischen Kammermusik agierende Kontrahenten stösst und unser Wölfli-Hauptdarsteller Sudden Infant (Joke Lanz) aus der performance/noise/ experimental-Szene kommt, erweitert die musikalische (und dynamische) Bandbreite des Abends noch einmal um ein Vielfaches. Wölflis lange Aufzählungen von Städtenamen und fiktiven Zahlen werden zu Raketenabschussrampen von Tonkaskaden, an deren Ziel sich das ganze Ensemble im Overdrive in den Meeresgrund bohrt.

 

Die Personifizierung Wölflis bildet einen wichtigen Ansatz der Inszenierung. Das komplexe Krankheitsbild des Künstlers, wird auf der Bühne dadurch interpretiert, dass Wölflis Texte von verschiedenen Sprechern übernommen werden. Damit werden die inneren Stimmen hörbar, die Wölfli ein Leben lang umgetrieben haben.

 

Es tauchen Personen aus seinem realen Leben auf, wie der Psychiater Walter Morgenthaler oder Pfleger der Waldauklinik, aber auch Figuren aus seiner Vergangenheit, wie etwa seine früh verstorbene Mutter, eine unglückliche Jugendliebe, oder er selbst als Kind Doufi. Es erscheinen aber auch Gestalten seiner reinen Phantasie. Sie bevölkern seine Texte, liefern sich Zwiegespräche und bekommen Stimmen. So werden seinein rasend-obsessivem Imaginationsfluss entstandenen «Kopfwelten» von verschiedenen, sich widersprechen- den Wölflis entworfen und beherrscht. Dass dies nun alles auf einer Bühne stattfindet und das Publikum nun auf ihn schaut wie er auf sich schaut - nicht einmal diese vielfach voyeuristische Situation war Wölfli fremd. So sagt er doch an einer Stelle:

 

Grüss Gott Ihr Herr’n und Damen: Was wollen Sie, bei, mihr?:

Ich bin nicht bei, den Zahmen: Und doch kein wildes, Thier.

 

http://150woelfli.ch/files/150W_programmheft_web2.pdf

Venue

Venue:
Gare du Nord Basel
City:
Basel
Country:
Country: ch